Ergotherapie Praxis Weil der Stadt
Praxis für Ergotherapie Weil der Stadt Praxis für Ergotherapie
Anke Matthias-Schwarz & Martin Weiser
Praxis für Ergotherapie Weil der Stadt Stuttgarter Straße 51
71263 Weil der Stadt
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Beispiele aus der Praxis für Ergotherapie Weil der Stadt

Beispiele
Herr P. , 75 Jahre leidet an Demenz. Verheiratet und berentet, lebte er bisher zufrieden in den eigenen vier Wänden - Haushalt und Garten waren die Betätigungen, welchen er gerne und regelmäßig nachging.

Mit dem Ausbruch der Krankheit hat sich vieles verändert. Während er früher auf ein gepflegtes Äußeres geachtet hat, fällt in letzter Zeit auf, dass er darauf keinen Wert mehr zu legen scheint. Die Strickjacke trägt er offen und die Hosen scheinen nicht richtig zu sitzen. Bietet ihm seine Frau Hilfe an, reagiert er unwirsch und ablehnend.

Die Ehefrau trägt auch sonst schwer an der Pflege des Mannes und der Versorung des gemeinsamen Haushaltes. Während er bisher zum Staubsauger gegriffen und die Spülmaschine eingeräumt hat, zieht Herr P. sich mehr und mehr zurück und überlässt viele anfallende Tätigkeiten seiner Frau.

Schließlich sucht das Paar Rat beim Hausarzt und erhält eine Überweisung zur Ergotherapie.

In der Ergotherapie werden die Einschränkungen bei den Alltagsbetätigungen thematisiert. Die Ergotherapeutin hat mit ihrem Befund festgestellt, dass als Folge der Erkrankung feinmotorische Einschränkungen aufgetreten sind. Mit Hilfe eines Streifens aus Stoff, der an dem Reissverschluss befestigt wird, kann Herr P. diesen wieder alleine verschließen. Erleichtert über diese Hilfe schließt er Herr P. nun den Verschluss seiner Jacke. Seine Frau ist erfreut, dass er wieder auf sein Äußeres achtet.

Die Hecke im Garten muss geschnitten werden. Diese Aufgabe hat Herr P. bisher erledigt. Gerne würde er sie wieder übernehmen, er befürchtet jedoch, sie nicht bewältigen zu können. Der ergotherapeutische Befund hat ergeben, dass die Konzentrationsspanne verkürzt ist. Herr P. benötigt regelmäßige Pausen, um aufmerksam  einer Betätigung nachgehen zu können.

Mit Hilfe von Klebestreifen kennzeichnet die Therapeutin Abschnitte in der Hecke und stellt einen Wecker, der nach zehn Minuten Zeichen gibt, Pause zu machen. Mit einer speziellen Greifzange erhält Herr P. ein Hilfsmittel, das es ihm ermöglicht, den Heckenschnitt vom Boden aufzuheben. Herr P. schneidet die Hecke, orientiert sich dabei an der entsprechenden Kennzeichnung und erholt sich alle zehn Minunten von der körperlichen Anstrengung. 
Frau P. ist sichtlich erleichtert, dass ihr Mann den Weg zurück zu dieser bisherigen Betätigung gefunden hat.

Mit der Therapie und der begleitenden Beratung hat sie erkannt, dass es trotz der veränderten Situation Mittel und Wege zu einem erfüllenden Miteinander im Alltag unter den neuen und anderen Voraussetzungen der Erkrankung gibt. Beide Partner finden mit der Therapie zu einem anderen Umgang mit der Symptomatik der Demenz und haben damit die Möglichkeit, den weiteren Verlauf positiv zu beeinflussen.